Grundsatzklärung
Aloys-Henhöfer-Schule (AHS)
und KI
So schnell wie KI in unserem Alltag Einzug erhalten hat, so schnell hat sie ihn auch verändert. Vor allem im bildungspolitischen Kontext wirbelt KI einiges durcheinander. Auch wir als AHS reagieren auf diese Veränderungen. Aus biblischer Sicht ist KI weder „gut“ noch „böse“ an sich, sondern alles hängt von der Weise ab, wie wir sie einsetzen. Die nachfolgenden Gedanken sollen aufzeigen, wie wir an der AHS offen mit dieser noch relativ neuen Technologie umgehen möchten, und gleichzeitig wachsam für die vielfältigen Gefahren bleiben, die mit ihr verbunden sind.
Geistliche Einordnung
Das christliche Menschenbild ist für uns als evangelische Bekenntnisschule der Maßstab.
Nach 2. Timotheus 3,16.17 sind wir überzeugt, dass Gottes Wort uns den rechten Maßstab in Urteilskraft, Gewissen und der Frage nach Gut und Böse gibt.
Wir sind nach 1. Mose 1,27 („Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau“) als Ebenbild Gottes geschaffen und tragen so Verantwortung für uns Handeln, die uns keine Technik abnehmen kann.
Echte Beziehung finden wir nicht in der Maschine, sondern bei Gott und unseren Mitmenschen. Rat und Handlungsanweisung leiten wir aus Gottes Wort, der Bibel, ab und nicht aus generierten Wortsequenzen.
Was ist KI und wie (un)problematisch ist sie?
KI ist ein weit gefasster Begriff und fällt in unserem schulbezogenen Kontext vor allem in Zusammenhang mit Chatbots wie ChatGPT. Neben den unbestrittenen Vorteilen von KI sind die Nachteile bei unsachgemäßer Nutzung immens. Als Grundannahme muss zwingend gelten, dass KI in erster Linie Inhalte mit Hilfe von im Internet vorhandenen Daten neu zusammensetzt. Chatbots sind also im Grunde genommen große, hoch-effektive Plagiatsmaschinen, die oftmals keine verlässlichen Quellen liefern. In diesem Zusammenhang von Intelligenz zu sprechen ist im eigentlichen Ursinn des Wortes nicht sinnvoll und suggeriert, dass hier ethische und moralische Dimensionen verantwortungsbewusst miteinbezogen sind. KI trifft aber keine eigenständigen Entscheidungen, sondern berechnet Wahrscheinlichkeiten und kann so keine Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen – das sind Dinge, die dem von Gott geschaffenen Menschen allein zugeteilt sind.
Problematisch sind daneben vor allem folgende Punkte:
- Es entsteht der Eindruck, dass das gelieferte Ergebnis die einzige Antwortmöglichkeit ist.
Häufig werden jedoch Alternativen nicht aufgezeigt und Sachverhalte nicht (korrekt) eingeordnet. - Nicht alles, was im Internet steht, ist richtig oder wahr.
Da Chatbots auf diese Daten ungefiltert zugreifen, kann eine völlig verzerrte Darstellung erfolgen (abgesehen von datenschutzrechtlichen Bedenken). - KI reagiert meist freundlich-emotional.
Die Gefahr, einen Chatbot als einen Freund (oder gar Therapeuten) anzusehen ist höher, als man glauben mag. Gerade hier wollen wir verstärkt auf Jesus Christus hinweisen, der uns kennt, das Schwache aufrichten will und Gebete hört. Echte Beziehung gibt es nicht zu einer künstlichen Intelligenz.
Im Laufe der Schulzeit bringen wir Ihren Kindern bei, welche Chancen und Risiken KI-Chatbots haben. Vor allem klären wir über die Funktionsweise auf, um klarzumachen, dass diese Systeme kein Wissensersatz sind, sondern vor allem Wissen erfordern, um die generierten Inhalte einzuordnen. Niemals sollten Ergebnisse des Chatbots ohne Prüfung übernommen werden. Konkrete Handlungsanweisungen und -empfehlungen zum Umgang mit KI beim Erstellen von Leistungen (GFS, Referate etc.) und darüber hinaus (Lernen, Hausaufgaben etc.) finden sich sowohl in den Richtlinien für schriftliche Ausarbeitungen, den computerorientierten Unterrichtsfächern sowie im jährlich stattfindenden „Medientag“ der Klassen 8-12.
Im Idealfall stärkt der Umgang mit KI Kernkompetenzen, die wir ohnehin an der Schule über alle Fächer hinweg stärken.
Dazu zählen:
- Fachkompetenz (Sind die Ergebnisse sachlich richtig?)
- Reflexionskompetenz (Warum werden diese Ergebnisse angezeigt? Gäbe es noch andere/alternative Lösungen?)
- Fragekompetenz (Wie muss ich die Frage (Prompt) stellen und ggf. umstellen, um zu meiner gewünschten Problemlösung zu gelangen?)
- Schreibkompetenz (Kann ich mich korrekt und präzise äußern, damit der Chatbot versteht, was ich möchte?)
Mit Hilfe dieser Kompetenzen können diese Chatbots viel Arbeit erleichtern und durchaus Kosten, Nerven und Ressourcen sparen. Auch wegen der vielen Vorteile wollen – und müssen (vgl. neuer Bildungsplan „Medienbildung“) – wir als Schule Ihren Kindern die konstruktive Nutzung von KI beibringen. Zu den Vorteilen (unter Voraussetzung sachgemäßer Nutzung und Beachtung z.T. bereits genannter Regeln) gehören unter anderem: Recherchehilfe, Ideengeber, Lerncoach, Übungsaufgaben-Generator.
Wie die AHS KI nutzt – fobizz
Die AHS hat eine fobizz-Lizenz. „fobizz“ steht für Fortbildungszentrum und ist eine der führenden deutschsprachigen Anbieter für digitale Bildung und Künstliche Intelligenz mit Sitz in Deutschland. Es fließen so keine Daten an die KI-Anbieter (dennoch sollten die Schüler dort keine sensiblen Daten eingeben). Mit dieser Lizenz können wir die Schüler im geschützten und DSGVO-konformen Rahmen mit KI arbeiten lassen. Das betrifft die Erstellung und Analyse von z.B. Texten, Bildern und Videos. In erster Linie kann und wird dies im Unterricht stattfinden. Darüber hinaus kann fobizz ab Klasse 8 auch mit temporärer Freigabe zu Hause genutzt werden, sodass sich kein Schüler bei einem KI-Anbieter direkt anmelden muss (was meist mit Altersbeschränkung einhergeht und Ihrer expliziten Zustimmung bedarf). Ihre Kinder brauchen auf fobizz kein eigenes Konto, sondern arbeiten ohne Registrierung anonym auf dem Lehrerkonto. Das erleichtert Ihnen die Begleitung ihrer Kinder. Des Weiteren ist es im Ermessen eines jeden Fachlehrers, ob und in welchem Rahmen mit KI gearbeitet wird.
Appell und Haftung
Über allem stehen Sie als Eltern in der größten Verantwortung, Ihre Kinder sicher mit dem Internet und seinen Chancen und Risiken aufwachsen zu lassen. Wir als Schule vermitteln den Schülerinnen und Schülern Grundkenntnisse im Umgang mit KI(-Chatbots), in dem wir deren Chancen nutzbar machen und gleichzeitig die Gefahren und Funktionsweisen aufzeigen. Für die private Nutzung von KI außerhalb des schulischen Rahmens liegt die Verantwortung bei Ihnen als Eltern. Deshalb ist es wichtig, dass Sie diesen Prozess der Erlernung und Nutzung von KI eng begleiten Denn es gilt: wenn wir und Sie Ihre Kinder nicht mit KI vertraut machen, werden es andere tun.
Dieses Dokument wird regelmäßig geprüft und überarbeitet.
Pfinztal, den 15.09.2026