THEMENORIENTIERTE PROJEKTE | ÜBERSICHT

Die Themenorientierten Projekte gehören zum Regelangebot aller Realschulen in Baden-Württemberg. Als fächerübergreifende Pflichtprojekte werden sie während der Realschulzeit durchgeführt. Die vier Themenorientierten Projekte sind:

Technisches Arbeiten (TA) | an der AHS in Klasse 6
Soziales Engagement (SE) | an der AHS in Klasse 8
Wirtschaften, Verwalten und Recht (WVR) | an der AHS in KLasse 8
Berufsorientierung in der Realschule (BORS) | an der AHS in Klasse 9

 

THEMENORIENTIERTE PROJEKTE | EINZELHEITEN

Wirtschaften, Verwalten und Recht (WVR)

- Planung, Durchführung und Reflexion eines Projektes zu einem bestimmten Thema.

- Note als separates Testat im Zeugnis, das sowohl eine verbale Beurteilung als auch eine Ziffernote enthält.

Eine immer komplexer werdende Lebens-, Berufs- und Arbeitswelt verlangt fundierte Fachkompetenz ebenso wie methodische, soziale und personale Kompetenzen. Diese nachhaltig zu fördern ist das zentrale Anliegen des TOP WVR. Schülerinnen und Schüler erlangen im TOP WVR Einsichten in die Bedeutung der arbeitsteiligen Wirtschaft, in Organisationsabläufe und Verwaltungstätigkeiten sowie die dazu gehörigen rechtlichen Rahmenbedingungen. (Bildungsplan 2004 RS-BW)

Bisherige Projekte an der AHS:

- 2006/07: Aufführung eines Musicals

- 2007/08: Stand auf dem Weihnachtsmarkt

- 2008/09: Sport- und Spieltag für die Realschule

- 2009/10: Länder-und Kulturentag für die Realschule

- 2010/11: Gestalten und Produzieren eines Schul-T-Shirts

 

Soziales Engagement (SE)

- Die Schüler verbringen u.a. eine Woche in sozialen Einrichtungen für Behinderte (s.u.).

- Termin 2018: 12.03. - 16.03.2018

- Vorbereitung, Begleitung und Besuch von Lehrern in der Einrichtung, Nachbereitung in der Schule.

- Note als separates Testat im Zeugnis, das sowohl eine verbale Beurteilung als auch eine Ziffernote enthält.

Schwerpunkt bei TOP SE ist das Erkennen von eigenen Stärken und Schwächen, die Verbesserung von Teamarbeit, die Erfahrung, was Verantwortung für andere Menschen bedeutet. (Bildungsplan 2004 RS-BW)

Sozialpraktikum

Im Jahr 2002 erstmals durchgeführt, ist das Sozialpraktikum fester Bestandteil des TOP SE Schulcurriculums der Realschule der AHS geworden.

In jedem Schuljahr besuchen die Schüler der 8.Klassenstufe nach entsprechender Vorbereitung für eine Woche eine diakonische Einrichtung in der Behinderte leben und arbeiten. Dabei nehmen die Schüler nicht nur die Rolle des passiven Beobachters ein, sondern versuchen so weit es geht helfend und unterstützend die therapeutische Arbeit zu begleiten. Viele prägende Erfahrungen sowie das Wahrnehmen und Wertschätzen behinderten Lebens machen diese Woche zu einem wichtigen Element zur Entwicklung sozialer Kompetenz und gelebter Nächstenliebe und zu einem Abbild der Liebe von Jesus Christus zu den Schwachen und Bedürftigen.

Einige Schülererfahrungen:

  • Meine Einstellung zu den von der Gesellschaft zu Unrecht verstoßenen Menschen hat sich um 180 Grad gewendet. Viele von ihnen sind mir während der letzten fünf Tage so ans Herz gewachsen und haben mich so sehr beeindruckt, wie ich es bei "Normalen " noch nie zuvor erlebt habe.
  • Ich denke, wenn andere auch ein Sozialpraktikum mit Behinderten machen würden, würden sie ihre Meinung über sie ändern, weil man sie erst kennen lernt, wenn man sich mit ihnen beschäftigt. Ich bin da ein Beispiel dafür.
  • Eines habe ich gelernt, von dem ich denke, dass es eine wichtige Erfahrung ist: Wenn man mit behinderten Menschen zusammen ist, muss man anfangen mit dem Herzen zu sehen
  • Die Behinderten haben sehr viel Ruhe und Zufriedenheit ausgestrahlt. Genau das, was ich meist nicht habe.
  • Morgens kam ein kleiner Mann mit abstehenden Ohren auf mich zu, klopfte mir auf die Schulter und sagte: "Ich hab dich gern." Dann nahm er mich in den Arm. Das tat gut.
  • In der Pause rannten die Behinderten aus "meiner" Klasse mir gleich hinterher. Vielleicht war ich ein Vorbild für sie, wer weiß??
  • Nachdem ich ihr drei Lieder vorgesungen hatte, fing sie an zu lachen und versuchte mich kennen zu lernen, indem sie meine Hand suchte. Doch der Höhepunkt sollte erst noch kommen. Nach ein paar weiteren Liedern lösten sich ihre spastischen Krämpfe und sie wurde richtig fröhlich.
  • In diesem Moment sah ich sie gar nicht mehr als Behinderte an, sondern als ein ganz normaler Mensch. Dieser Augenblick hat mich total bewegt.
  • Ich finde es toll, dass man nur mit seinem Verhalten an Behinderte herankommen kann. Das habe ich selbst erlebt. Ein Mädchen in meiner Gruppe saß immer schweigend in einer Ecke und sagte nie etwas. Sie kam auch nie mit ihrer Arbeit voran. Gegen Ende der Woche sprach sie mich plötzlich zaghaft an und ich konnte mit ihr reden. Ich glaube, gerade solche Erfahrungen machen ein solches Praktikum so reich.
  • Behinderte sind nicht so zurückhaltend wie wir, wenn es darum geht, neue Bekanntschaften zu machen. Wir gehen das meistens langsam an. Erst mal schauen, wie der andere so ist. Die Behinderten der Stätte waren da ganz anders. Ich war keine zwei Minuten in dem Raum, schon kam eine Frau auf mich zu und ließ meinen Reißverschluss auf- und abfahren. Dabei hat sie so gelacht und sich gefreut, dass ich einfach mitgelacht habe.